Auch die Bindung bestimmt über den Erfolg Ihres Druckproduktes

Ab einer Seitenzahl von insgesamt acht Seiten empfiehlt es sich, über Bindungen nachzudenken.

Jedoch sollte die Wahl der Bindung je nach Einsatzzweck des Druckproduktes ausgewählt werden. So ist die Botschaft einer Imagebroschüre anders zu transportieren als die Informationen einer Gebrauchsanweisung .

Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits im Vorfeld festzulegen, welche Wirkung das Druckprodukt erzielen soll. Eine Bedienungsanleitung und eine Imagebroschüre unterscheidet sich schon allein  durch ihre ungleichen Ansprüche an Haptik und Optik.

Bei der Bedienungsanleitung kommt es hauptsächlich darauf an, alle relevanten Informationen übersichtlich und gut verständlich zu präsentieren und mit dem gewählten Endformat noch in die Produktverpackung zu passen, so steht bei der Imagebroschüre die emotionale Ansprache und die Weitergabe von detaillierten Informationen im Vordergrund. Außerdem unterscheiden sich beide in der Haltbarkeit. Wird die Gebrauchsanweisung meist nur einmal zur Hand genommen, befindet sich eine Imagebroschüre eher im Umlauf oder wird regelmäßig zum Nachschlagen genutzt.

Nachdem Seitenanzahl, Endformat und Papiergrammatur für die Inhaltsseiten sowie den eventuellen Umschlag feststehen, bleibt noch die Entscheidung der richtigen Bindungsart.

Man kann nicht nicht kommunizieren.

Der Großteil der produzierten Drucksachen ist zur Kommunikation gedacht. Sei sie werblich oder nicht-werblich – sie soll dem Betrachter und Leser etwas vermitteln. Dabei entscheidet die Aufmachung und Darreichung darüber, ob der Inhalt wahrgenommen und gerne gelesen wird

Nicht länger als ein Wimpernschlag ist der Zeitraum, in dem Ihre Drucksachen einen passenden Eindruck machen können, also im Durchschnitt 1,7 Sekunden. Die Aufmachung und Darreichung entscheidet darüber, ob der Inhalt wahrgenommen und gerne gelesen wird. Und der erste Eindruck zählt, wie der Volksmund sagt. So verwundert es nicht, dass neben dem Design des Titels und neben dem Format ganz besonders die Bindung zum Blättern einlädt (oder eben nicht).

Worauf es bei der Wahl einer geeigneten Bindungsart ankommt, welche einzelnen Bindungstypen es gibt und welches ihre Botschaft an den Betrachter ist erfahren Sie hier.

Klammerheftung  (oder auch Rückenstichheftung, Drahtheftung)

Die Bindung für Drucksachen mit geringen Seitenzahlen ist in der Regel die Klammerheftung.

Diese Bindeart wird meist für weniger anspruchsvolle und kurzlebige Druck-Erzeugnisse angewendet. Die gedruckten Bögen werden am Binderücken durch Heftklammern aus Draht verbunden.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Drahtheftung.

Bei der Drahtklammer- und Ringösenheftung (auch Sattelheftung) werden die ineinander gesteckten Bogen auf einen "Sattel" aus Metall positioniert. Der Drahtheftkopf stößt dann die Drahtklammern durch den Produktrücken hindurch. Bei Nutzung der Ringösenheftung eignet sich diese Bindungsart durch die dezent eingearbeiteten Ösen vor allem für Broschüren, welche archiviert oder in einem Ordner aufbewahrt werden.

Die seitliche Blockheftung kommt vorwiegend bei einfachen und preisgünstigen Produkten zur Anwendung, wie zum Beispiel kleinere Broschüren, Schreibblocks, Einzelblatt-Kalender usw. zum Einsatz. Die Drahtklammern gehen dabei durch den ganzen Block hindurch. Die Blätter werden seitlich oder oben geheftet und wenn nötig mit einem Karton oder Fälzelband verstärkt.

Aus Sicht des Marketings ist eine Klammerheftung eher der Golf unter den Bindungen. Praktikabel und solide, aber wenig „sexy“. Die Broschüre mit Klammerheftung transportiert die Botschaft: „Hier kommt Information mit professionellem Anspruch. Aber: Sie kostet Dich (als Empfänger) nichts und vertritt daher üblicherweise die Interessen des Herausgebers.“  Wer hier sein Druckprodukt noch aufwerten und damit dem Empfänger mehr Wertschätzung suggerieren möchte, setzt auf Druckveredelungen wie partielle Lackierungen, Prägungen oder Stanzungen. Auch über die Wahl eines wertigeren Papiers (z.B. Naturpapier oder exklusive Papiere) kann man der Broschüre einen wertvolleren Anstrich geben.

Vorteile

Seitenübergreifende Designs und Bilder, längere Artikel oder grafisch gestaltete Werbeanzeigen kommen bei dieser Broschürenbindung sehr gut zur Geltung. Diese Bindung eignet sich gut für die Ablage (ein Heft ist flach und kann gut gestapelt oder in Mappen zusammengefasst werden) oder in der Abheftung (mit Ösen).

Einschränkung

Die Seitenzahl muss immer durch vier teilbar sein.

Anwendungen

Image- oder Informationsbroschüren, Geschäfts- oder Jahresberichte, Speisekarten, (Kunden-)Magazine oder Vereinszeitungen, Programmhefte für kulturelle Veranstaltungen, Zeitschriften,  Schulungsunterlagen, Ergänzungs- und Sammelhefte

Die Spiralbindung

Bei einer Spiralbindung werden die perforierten Einzelblätter mit einer Metall- oder Plastikspirale zusammen gehalten. Das einfache Verfahren eignet sich hervorragend für kleinere Auflagen, da Produkte mit einer Plastikspiralbindung preiswert und schnell hergestellt werden können. 

Was ist nun der Ersteindruck des Empfängers bei einer Spiralbindung?

Zunächst einmal ist es allgemein bekannt, dass viele Unternehmen eine Bindemaschine für Spiralbindungen im Büro haben und diese Bindungsart gerne für Drucksachen aus dem hauseigenen Laserdrucker nutzen. Also eine typische Bindungsart für hausgemachte und interne Bürokommunikation, was generell den offiziellen Charakter schmälert. Eine Spiralbindung vermittelt dem Betrachter, dass es sich bei dem Druckwerk um etwas Vorläufiges, Internes oder auf ihn Zugeschnittenes handelt. Im Fall eines individuellen Angebotes, eines Arbeitspapieres, eines individuellen Konzeptes oder einer Präsentation ist das ideal und entspricht den Erwartungen des Empfängers. Für eine Imagebroschüre oder einen Geschäftsbericht ist die Spiralbindung daher kaum geeignet – hier würde sie wenig Wertschätzung (Kosten gespart?) und Vertrauenswürdigkeit (selbstgemacht?) transportieren.

Will man eine wertigere Spiralbindung lohnt es sich auf eine Wire-O-Bindung zurückzugreifen. Diese Form der Bindung erlaubt ein nach hinten Umschlagen der einzelnen Broschürenseiten, ohne Verblättern. Die flexible und stabile Wire-O-Bindung gibt es in zwei Farben: Silber und Schwarz.

Vorteile

Die Seitenzahl bei einer Spiralbindung muss nicht durch vier teilbar, sondern nur gerade sein. Und falls viele Notizen während eines Seminars oder einer Schulung anstehen, dann kann die Spiralbindung hierfür leicht eingesetzt werden.

Die Einmaligkeit der Spiralbindung liegt auf der Hand – beziehungsweise auf dem Tisch, da sie wunderbar plan aufliegen kann. Ohne Knicke oder sperrigen Buchrücken kann sie auf bis zu 360° umgeschlagen werden, das ist perfekt für das Arbeiten am Schreibtisch oder auch im Stehen, wenn das Papier für Notizen bereit stehen soll. Und damit offenbart sich eine weitere Stärke der Spiralbindung, nämlich die in der Funktion als beschreibbares Booklet oder Trainingsunterlage, da sie stabil und strapazierfähig ist.

Außerdem lassen sich Spiralbindungen mit Abheftstreifen kombinieren: die kleinen schmalen transparenten Folien mit Lochung. Perfekt für das Archivieren von Schulungsunterlagen oder Anleitungen – all das, wofür eine Spiralbindung eben besonders gut geeignet ist.

Einschränkung

Anders als Klammerheftungen sind sie deutlich weniger praktisch zu stapeln, da die Spirale immer mehr Durchmesser hat, als die zu bindenden Seiten, und dadurch seitlich etwas „aufträgt“.

Anwendungen

Sie bietet sich vor allem für Handouts, Speise- oder Menükarten, Vorlesungsbegleiter, Notensammlungen, Handbücher oder Bedienungsanleitungen, Handouts für Präsentationen oder Verkaufsbroschüren.

Klebebindungen

Klebebindungen eignen sich besonders gut für das Erfassen größerer Seitenzahlen. Dank der Verarbeitung mit Polyurethanklebstoff (PUR) ist diese Bindung außerdem sehr strapazierfähig und langlebig.  Mit einem UV-lackierten oder cellophanierten Umschlag kommen Optik und Haptik besonders gut zur Geltung und machen diese Broschüre gegen Kratzer unempfindlich.

Kaltleimbindung

Dies ist eine schnelle und stabile Bindung für Haus- und Bachelorarbeiten, bei der die einzelnen Seiten mit Dispersionsleim verklebt werden (sehr haltbar). Als Deck- und Rückblatt wird in der Regel ein ledergeprägter Karton mit eingeleimt. Über die Stirnseite wird ein schwarzes Textilband geklebt. Anschließend wird das Buch außen herum je 1 mm beschnitten, um glatte Kanten zu bekommen.  

Softcoverbindung (oder auch Taschenbuchbindung)

Die Softcoverbindung ist ein preiswertes und trotzdem hochwertiges Verfahren. Dieses Bindeverfahren wird vor allem zur Herstellung von Taschenbüchern oder Telefonbücher benutzt.

Durch die Möglichkeit, den Umschlag selbst zu gestalten, ist die Softcover-Bindung die beste Lösung Buchumschläge optisch dem Inhalt anzupassen oder eine individuelle Note zu verleihen.

Bei dieser Bindung werden in der Bindemaschine zuerst die Innenseiten am Rücken miteinander verleimt. Dann wird der bedruckte Umschlag (in der Regel 250 g - 300 g) um die zum Buchblock verleimten Innenblätter gelegt und nochmals mit diesen verleimt. Nach dem Erkalten des Leims bildet der Rücken eine feste Verbindung mit den Innenblättern. Zum Abschluss wird das fertig gebundene Werk an den drei offenen Seiten aufs Endformat zugeschnitten.

Es hat einen flexiblen Umschlag. Da die Bindung über Klebung erfolgt, muss die Seitenzahl nicht durch vier, sondern nur durch zwei teilbar sein.

Vorteile

Emotional beleuchtet, ist ein Softcover hochwertiger, als eine geheftete Broschüre oder gar eine Spiralbindung: Durch Gewicht und Bindung wird es als Buch wahrgenommen und besitzt daher in der Erstbetrachtung einen offizielleren und „wichtigeren“ Charakter.  Es wirkt durch den flexiblen Einband jugendlicher, leichter und dynamischer als ein Hardcover: Damit ist es z.B. für seitenstärkere

Publikationen eines jüngeren Unternehmens gut geeignet. Auch hier kann eine Aufwertung durch Druckveredelungen oder ausgewählte Papiersorten in Einzelfällen Sinn machen.

Anwendungsbeispiele

Kataloge für Produkte oder Preislisten, Veröffentlichungen wie Statistiken oder Dissertationen, Imagebroschüren, Geschäftsberichte, Jahresberichte etc.

Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten wir Ihnen bei Bindungen bieten, sprechen Sie uns einfach an.

CCC Druck und Medien GmbH

Coerdestr. 44

48147 Münster

Telefon: 0251-922010
Telefax: 0251-9220112

E-Mail: info(at)ccc-ms.de